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- 1.2.2009: Ein Eulenorden für die Narren und ein ausgezeichneter Cartoonist der TLZ in Erfurt
- 22.1.2009: Narren, Nieten im Nadelstreifen und der Heiligenschein
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Archiv der Kategorie Karneval
Ein Eulenorden für die Narren und ein ausgezeichneter Cartoonist der TLZ in Erfurt
1.2.2009 von Lucky Sultan.
Karnevalsorden sind bei den organisierten Narren begehrt. Die Thüringische Landeszeitung (TLZ) erfreut einen Teil der Jecken seit Jahren mit einem Kampagneorden, dessen Motiv alljährlich von einem herausragenden Cartoonisten gestaltet wird. Der übrigens aus Transylvanien stammt, aber in Erfurt zu Hause ist: Nel, der mit richtigem Namen Ioan Cozacu heisst und der gerade erst den Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen bekommen hat. Kein Wunder also, dass ein solcher Karnevalsorden bei den Narren besonders begehrt ist.
Und das ist er, der aktuelle Eulenorden der TLZ. Und den kann man nicht erwerben. Der Begriff Eulenorden geht darauf zurück, dass die Thüringische Landeszeitung ein illustres Maskottchen hat, nämlich einen Kauz. Und irgendwie ist ein Kauz eben eine Eule. Kauzorden würde ja auch komisch klingen, oder? Und weil die TLZ ohnehin eine intelligent gemachte Regionalzeitung ist, hat sie eben seit vielen Jahren als Maskottchen den “Kauz Kuno”. Für den Karneval wurde daraus dann die Ableitung auf den so genannten “Eulenorden”. Und der ist unter Thüringer Narren begehrt.
Kein Wunder. “Nel” alias Iaon Cozacu ist seit 1992 der Karikaturist der TLZ. Und überaus erfolgreich, wenn auch selbst total bescheiden. Nel hat schon viele Preise errungen udn hgroßartige Ausstellungen mit seinen Zeichnungen bestückt. Er zeichnet auch für die WAZ in Essen, ist aber in Erfurt zu Hause, bekam 2008 den Thüringer Journalistenpreis beim Landespresseball verliehen, wurde außerdem schon mit dem Deutschen preis für politische Karikatur ausgezeichnet. Naj, und den Preis in der Rückblende 2008 hat er eben auch ergattert. 53 Zeichner hatten ihre preisverdächtigen Motive eingeschickt - und Nel wurde der Sieger. Schon vor Jahren hat er übrigens dieses Motiv von den “besseren Soldaten” mit der TLZ publiziert und damit höchste Preise errungen.
Nel zeichnet seit vielen Jahren nicht nur die täglichen Karikaturen für die TLZ, sondern liefrt eben auch die schmucken Vorlagen für die seit mehr als einem Jahrzehnt durch gebührende Verleihung närrische geadelten “Eulenorden”. In diesem Jahr hat Nel (Bild / Fotos: tlz/ Peter Michaelis) wohl Anleitung bei der GEC, der Gemeinschaft Erfurter Carneval, genommen. Dort geht man in die 60. Session und hat thematisiert, dass es deshalb wohl “im Karton rappelt”. Also rappelt der TLZ-Kauz Kuno mit. So ist das Motiv wohl entstanden. Die Macher konnten ja nicht ahnen, dass Nel dann auch noch den Karikaturenpreis der Zeitungen bekommen würde. Folglich ist auch der von ihm gemalte Orden ein närrisches Kunstwerk. Und weil der eben auflagenmäßig nur in kleiner Stückzahl produziert und verliehen wird, ist das dekorative Blech des Cartoonisten auch was ganz Besonderes. Mehr zur Ordensverleihung kann man übrigens im TLZ-Weblog Backstage nachlesen…
Geschrieben in TLZ, Nel, Karikatur, Preise, Thüringen, Malerei, Aktuell, Erfurt, Witz, Kunst, Karneval | Drucken | Keine Kommentare »
Narren, Nieten im Nadelstreifen und der Heiligenschein
22.1.2009 von Lucky Sultan.
Auch in Thüringen sind die Narren los. “Herrliches närrisches Thüringen” titelt die Fernseh-Prunksitzung des MDR. In der Erfurter Messehalle wurde die Karnevals-Gala aufgezeichnet, am 4. Februar 2009 im MDR-Fernsehen zu sehen. Und wir waren dabei, erlebten flotte Garden, reichlich Prominenz, meist genussvoll farbenprächtig verkleidet, begegneten dem Kaiser von China, Konrad Duden, politischen Steuermännern und singenden Nieten im Nadelstreifen mit Heiligenschein…
Hier ist der Gastgeber zu sehen, Funkhausdirektor Werner Dieste als Sultan mit seiner Frau, fröhlich dem Thüringer SPD-Steuermann Christoph Matschie zuprostend. Traubenkur als Jecken-Diät. Den Politikern wurde bei der Fernseh-Gala einiges Kritische ins Stammbuch geschrieben. Auf der Festtafel getanzt wurde auch - natürlich nur vom närrischen Gesangsduo für die laufende Kamera…
Als Glanzlichter derNarren-Prunksitzung wurden gefeiert der “Kaiser von China” (Wieland Henze aus Weimar), der erst 12-jährige Frauenversteher Felix Grün vom Wanderslebener Narrenclub, der “Ausbimmler” Thomas Nicolai aus Erfurt (dort ist er auch GEC-Präsident) sowie “Konrad Duden” alias Dr. Rüdiger Grunow, gestandener Karnevalist, Begründer sowie Macher der Jenaer Karnevalsgala. Und gesanglich waren die “Anonymix” aus Suhl ein besonderes Highlight, die sowohl die Chinesen karikierten als auch die Banker als Nieten in Nadelstreifen, und eben die mit Heiligenschein aufs Korn nahmen. Ausführliches gibt es zum Karneval in Thüringen bei der TLZ und außerdem dort auch die Bildergalerie zur Fernseh-Prunksitzung.
Geschrieben in Geselligkeit, 2009, MDR, Thüringen, Witz, Politik, Aktuell, Erfurt, Karneval | Drucken | Keine Kommentare »
Nachsitzen bei den Narren - Geschäftemacher gefährden Brauchtumspflege
12.2.2008 von Lucky Sultan.
Eigentlich ist das närrische Treiben der Karnevalisten ja seit Aschermittwoch vorbei. Aber es gibt so einige Vereine und Veranstalter, die verlängern die fünfte Jahreszeit kaltschnäuzig in die Fastenzeit - weil es gut fürs Geschäft ist, weil sich da mancherorts die Säle besser füllen lassen. Aber dann könnte man doch gleich den Karneval als normale Unternatltungsnummer auf das ganze Jahr verteilen, oder? die Ballermänner warten doch nur auf den Sommerfasching. Aber irgendwo hört der Spaß dann doch auf. Die Organisierten schlagen Alarm, weil das Brauchtum gefährdet sei. Was stimmt. Aber eigentlich geht es darum, dass der Karneval wirklich Karneval bleiben soll und nicht irgendeine Comedynummer…

Auch für Zeitgenossen, die mit der Kirche wenig am Hut haben, gilt doch die Tatsache, dass die närrischen Fastnachtstage historisch und traditionell eng an das kirchenjahr geknüpft sind. Karneval außerhalb des so genannten christlichen Kalenders gilt als verpönt.
Der Bund Deutscher Karneval hat sich bereits vor einigen Jahren eindeutig erklärt: Sommerkarneval sei mit den satzungsgemäßen Zielen des Bundes Deutscher Karneval unvereinbar. Und der Karneval muss nach den närrischen Brauchtumshütern auch bestimmte Schonzeiten einhalten, eben auch die Fastenzeit. Konkret bedeutet das: Karneval erst ab 3. November (möglichst ab 11.11.) und nur bis vor dem 1. Advent. Und dann erst ab Neujahr bis Aschermittwoch. Punkt. Basta.
Ausnahmen können davon aus “landsmannschaftlichen Gründen” von den jeweiligen Regionalverbänden genehmigt werden. Ja - Karneval ist eine lustige Sache, aber eben doch in Teilen bitterernst.
Und manches, was da so außerhalb dieser Grenzen versucht wird, ist meist schnöde Geschäftsmacherei. Mitunter mit irgendeinem Vereinssegen, weil die Vereinskasse aufgebessert werden soll. Darüber kann man ja streiten, aber mit Karneval hat das am Ende wenig zu tun. Ich fin de es jedenfalls merkwürig und auch befremdend, wenn ich die Zeitung aufschlage und dann weit nach Aschermittwoch von närrischen Sitzungen, Prunksitzungen, Seniorenfaschingsfeiern etc. lese. Also: Man soll doch bitte nicht so tun, als hätten all diese Menschen, die dort “gebeten” werden, Alzheimer in Sachen Jahreskalender und Karneval…
Geschrieben in Trends, Karneval | Drucken | Keine Kommentare »



