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Archiv der Kategorie Landwirtschaft

Kein Fahrverbot für die Landwirtschaft

LPG-Schild CZ

 

Das obige Schild bracht mich jetzt bei einem Kurzurlaub in Tschechien zum Grübeln. Ist hier eine Zufahrt den Agrarleuten verwehrt? Eigentlich ist ja der Begriff der LPG aus DDR-Zeiten längst Geschichte. Aber es geht nicht um die Landwirtschaft.  Denn das Verkehrsschild hing auch an der Zufahrt einer größeren Tiefgaragenanlage unter einem Einkaufszentrum. Also: LPG deutet auf autogasbetriebene Fahrzeuge hin: “Liquified Petroleum Gas”. In diesem Fall ist also solche Fahrzeugen die Zufahrt nicht gestattet. Wahrscheinlich deshalb, weil Autogas wohl schwerer als Luft ist und sich so - bei Austritt - also in Hohlräumen “niederlasssen” könnte. Also besteht vielleicht eine Erstickungs- oder Explosionsgefahr für den Fall der Tiefgarage. Zumindest wollen sich die Eigentümer der Anlage wohl so vor einer eventuellen Gefahr schützen. In Deutschland ist das Abstellen von Autogasfahrzeugen  in Tiefgaragen eigentlich nicht verboten, ein früher bestehendes Verbot ist weitgehend aufgehoben. Allerdings können private Besitzer natürlich dennoch eine solche Regelung treffen. In Ausübung ihres Hausrechtes. Also können die Agrarier ehemaliger LPG-Einrichtungen ganz gelassen angesichts solcher Schilder bleiben, nur die Fahrer von Autogas-Fahrzeugen müssen das Schild beachten und dürfen in solchen Fälle die so gekennzeichnete Tiefgarage nicht nutzen.

Ein Weinbotschafter mit Stimm-Gewicht

Fernseh-Liebling und Opernsänger Gunther Emmerlich ist nicht nur ein bekennender Weinfreund, der sich dem mitteldeutschen Weinanbaugebiet besonders verbunden fühlt. Vielleicht weil er auch häufiger dabei Tropfen von Saale-Unstrut genießt. „Immerhin muss ich genau darauf achten, welche Flüssigkeiten meinen Kehlkopf passieren, denn das ist mein wichtigstes Handwerkzeug“, kommentiert der Mann mit der dunklen Stimme seine Sympathien gegenüber den fruchtigen und frischen Weinen aus der Saale-Unstrut-Region. Nun soll diese Leidenschaft auch offiziell gepflegt werden, denn Gunter Emmerlich ist jetzt „Botschafter des Saale-Unstrut- Weines“. Im Rahmen der Großen Saale-Unstrut Weinverkostung in Freyburg wurde der Künstler als Weinbotschafter vorgestellt und präsentiert.

Die Gebietsweinkönigin Marika Böhme begrüßte ihren neuen Kollegen und überreichte die offizielle Berufungsurkunde. In der folgenden Verkostung überzeugten die gebietstypischen Eigenschaften der Saale- Unstrut-Weine den Sänger einmal mehr. Die Degustation thematisierte das Terroir der hiesigen Weine, was nicht nur den Boden meint, sondern auch andere Einflüsse auf den Rebstock wie Klima, Sonneneinfallswinkel, Hanglage, Wasserhaushalt sowie die nachbarschaftliche Flora und Fauna. Diese speziellen Faktoren machen jedes Naturprodukt unverwechselbar. An Saale und Unstrut sind es etwa die Muschelkalkund Buntsandsteinböden, die zum typischen Geschmack der hiesigen Weine beitragen.

(Quelle: Weinbauverband Saale-Unstrut / Pressebüro Lies)

Saale-Unstrut und Sachsen: Aufstockung der Rebflächen angesagt

Die ostdeutschen Weinanbaugebiete Saale-Unstrut und Sachsen dürfen wachsen. Die Agrarministerkonferenz der Länder hat sich jetzt darauf verständigt, dass Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg Neuanpflanzungsrechte zur Aufstockung traditioneller Rebflächen bekommen soll. Konkret sollen Sachsen-Anhalt und Sachsen jeweils Rechte für 31 Hektar, Thüringen und Brandenburg für jeweils 15 Hektar bekommen.

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Die Entscheidung trafen die Landwirtschaftsminister der Länder bei ihrer Konferenz im sächsischen Kloster Nimbschen bei Grimma just an dem Tag, als im historischen Lichthof der Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg die 18. gemeinsame Jungweinprobe der Anbaugebiete Saale-Unstrut und Sachsen stattfand. Dort hatten 41 Winzerbetriebe insgesamt 172 Weine, 6 Sekte und 2 Seccos des Jahrgangs 2007 zur Verkostung angestellt. Dieser geschmackliche Leistungsvergleich war damit die umfangreichste derartige Degustation Mitteldeutschlands. Natürlich waren auch die Weinmajestäten der Regionen mit dabei, wie etwa die Weinkönigin von Saale-Unstrut, Marika Böhme (Bild).

In den Weinanbaugebieten Saale-Unstrut und Sachsen wurde die in Aussicht gestellte Aufstockung mit Freude aufgenommen. Anträge für zusätzliche Neuanpflanzungsrechte waren bereits gestellt worden. Rheinland-Pfalz will solche Rechte für 100 Hektar abgeben. Denn die europäische Weinmarktordnung verbietet noch die Neuanpflanzungen von Rebflächen. Nur wenn entsprechende Rechte vorhanden sind, darf gepflanzt werden. Also muss von den vorhandenen Kontingenten etwas umverteilt werden.

Saale-Unstrut bringt es aktuell auf rund 666 Hektar Rebflächen, während Sachsen mit rund 400 Hektar noch kleiner ist. Allein das Anbaugebiet Pfalz hat 23.500 Hektar, Rheinhessen ist mit rund 26.500 Hektar das größte.

Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut erstreckt sich von Thüringen über Sachsen-Anhalt bis hin nach Brandburg vor die Tore Potsdams. Dort stehen in der Obstbaugemeinde Werder die bislang nördlichsten Rebstöcke von Saale-Unstrut, momentan auf 7 Hektar. 15 können dort aber schon bald dazu kommen. Thüringen hat aktuell mal gerade 55 Hektar, auch dort könnte um 15 Hektar aufgestockt werden. Allerdings solle im Anbaugebiet Saale-Unstrut auch künftig nur auf Qualität, nicht auf Masse gesetzt werden, betonte Weinbauverbandspräsident Siegfried Boy.

Mehr zum Thema in meinem Zeitungs-Weblog Backstage auf der TLZ-Homepage.

Kartoffelkult(ur): Jetzt bekommt die Knolle ein riesiges Denkmal

Ob Pommes, Kloß, Kroketten oder Bratkartoffeln - die Kartoffel ist in aller Munde, und das weltweit. Kein Wunder, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2008 zum “Internationalen Jahr der Kartoffel” erklärt haben. Was an unseren Essgewohnheiten wohl nichts ändern wird. Aber in Thüringen, wo aus den “Erdäpfeln” auch die berühmten Thüringer Klöße gemacht werden, dort bekommt die allseits so beliebte Knolle jetzt ein riesiges Denkmal gesetzt - die “Heichelheimer Weltkartoffel”…

Heichelheimer Weltkartoffel

Heichelheim ist ein kleines Dorf bei Weimar, zudem die Thüringer Kartoffelhochburg. Alljährlich lockt dort das Heichelheimer Kartoffelfest Anfang September Zigtausende in das Dorf, wor auch ein tolles Museum in der Ortsmitte die Besucher anlockt - das Thüringer Kloßmuseum. Und genau gegenüber befindet sich eine Metallbauwerkstatt - KKS König Metallbau & Bauelemente - in der momentan an einem Denkmal gewerkelt wird - der “Heichelheimer Weltkartoffel”.

Eine Riesenkartoffel aus rostfreiem Edelstahl entsteht dort. Das getriebene Blech ist zu einer großen Knolle geformt worden. Selbst die für richtige Kartoffeln typischen “Augen” hat Metallbauer Jürgen König nicht vergessen. Der von der Form her mehr ovale Erdapfel ibringt es in der langen Ausdehnung auf zwischen zwei und drei Meter. Wenn das Kunstwerk fertig ist, dann dürfte es wohl an die 230 Kilo wiegen, verrät der Metallkünstler und Firmenchef.

Besonders viel Arbeit haben bei diesem künftigen Denkmal die Kontinente der Erdkugel gemacht. Die einzelnen Kontinente sind aus Edelstahl geschnitten, geschweißt und zu einer Weltkarte montiert worden (siehe Foto). Die Kontinente werden später mit der riesigen Stahlkartoffel, die aber dann auch den entsprechenden Farbanstrich bekommt, fest verbunden.
Wenn alles dann mal fertig und sogar Elektrik installiert ist, dann kommt die stählerne Riesenknolle auf einen fast 80 Jahre alten restaurierten Leiterwagen. Denn die “Heichelheimer Weltkartoffel” soll ein mobiles Denkmal werden, das an wechselnden Orten ausgestellt und auch bei besonderen Anlässen in Umzügen mitgeführt werden kann.
Offiziell enthüllt und präsentiert werden soll das wohl in Deutschland - und vielleicht auch weltweit - größte Denkmal einer Kartoffel am 19. März 2008 auf dem Erfurter Bahnhofsvorplatz. Und auch bei der in diesem Jahr wieder in der Erfurter Messehalle stattfindenden Weltmeisterschaft der Köche wird die “Heichelheimer Weltkartoffel” zu bestaunen sein.
Mehr Infos rund um die “Heichelheimer Weltkartoffel” gibt es unter: http://www.tlz.de/backstage und unter www.tlz.de/kartoffelkult

Solidarität: Jugendliebe-Protest gegen ein Vorhaben, das zum Himmel stinkt

Der Ferienpark Feuerkuppe in Straussberg nahe Sondershausen ist eine überregional bekannte wie beliebte Jugend- und Kindereinrichtung, wo seit vielen Jahren Schulklassen, Jugendgruppen, Vereine, aber auch Familien Ausflugs- oder Ferienaufenthalte verbringen. Der Ferienpark Feuerkuppe gehörte zu den ersten Jugendeinrichtungen von bundesweit rund 5000, die das Drei-Sterne-Qualitätsmanagement verliehen bekommen haben. Fast 50.000 Übernachtungen gab es allein dort im vergangenen Jahr. Der Ferienpark spielte zu DDR-Zeiten eine Schlüsselrolle in der Karriere der beliebtesten Sängerin Ostdeutschlands, Ute Freudenberg. Denn eigentlich wurde Ute eben dort im Ferienpark bei Straussberg in Jugendjahren entdeckt. Jetzt kehrte die Kult-Sängerin und “Jugendliebe”-Interpretin in den Ferienpark zurück, um Solidarität zu zeigen. Solidarität mit dem Ferienpark gegen ein Vorhaben, das eine Bedrohung für die Jugendeinrichtung werden könnte, ein Projekt, das buchstäblich zum Himmel stinkt, wenn es denn realisiert wird….

Denn in der Nähe des Ferienparks bei Immenrode soll eine industriemäßige Schweinemastanlage entstehen, die in der Zukunft den Fortbestand der traditionsreichen und beliebten Kinder- und Jugendeinrichtung gefährden könnte. Gegen die geplante Anlage eines niederländischen Investors gibt es erhebliche Widerstände unter den Ferienpark-Betreibern, Bewohnern in der Region, aber auch unter Kommunalpolitiker und Geschäftsleuten der Region. Sogar eine Bürgerinitiative ist aktiv. Der Protest richtet sich übrigens nicht generell gegen landwirtschaftliche Produktion, die in dieser ländlichen Gegend allgegenwärtig ist.
Es gibt in der Nähe des Ferienparks bereits eine Schweinemastanlage, eine Ferkelaufzuchtanlage sowie eine Putenmastanlage mit jeweils nicht unerheblichen Tierbeständen. Aber durch diese gewachsenen Einrichtungen gab und gibt es keine Probleme, also dagegen auch keinen Bürgerprotest. Ganz anders im Fall der geplanten Schweinemastanlage für rund 13.000 Borstentiere, und dieses Vorhaben agrarindustrieller Größenordnung soll auch noch in einem “Vorbehaltsgebiet für Fremdenverkehr” errichtet werden. Der Jugendhilfeausschuss des dort zuständigen Kreistages hat bereits eine Resolution an das Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar geschickt.
Die Kritiker des Vorhabens befürchten, dass die Grenzen der Zumutbarkeit und Belastbarkeit durch die geplante Mastanlage überschritten werden. Gülletransporte auf die Felder in der Nachbarschaft als zusätzliche Belastung und in einer Größenordnung, die es dort bis jetzt so nicht gab, dann die aus der Gülleausbringung folgende Nitratbelastung für Wasservorkommen und schließlich die Massentierhaltung selbst - das alles sind die schwer wiegenden Kritikpunkte der vielen Gegner.
Ja - und was hat die Sängerin Ute Freudenberg damit zu tun? Es war 1971, da wurde Ute als junges Mädchen in eben diesem Ferienpark, damals ein FDJ-Ferienlager, entdeckt. Man wurde auf ihre Stimme aufmerksam, oder besser konkret der damalige Chef des sogenannten Lagerfunks. Da wurde prompt eine Probeaufnahme im “Funkraum” gemacht, Ute war gerade 15. Aber es war der Anfang einer großen Musikkarriere, die mit der “Jugendliebe” den Kultsong der Ostdeutschen schlechthin markierte und die bis heute mit vielen Erfolgstiteln der Weimarer Sängerin ihre Fortsetzung fand. Ute Freudenberg hat jetzt den Ferienpark Feuerkuppe besucht, Solidarität gezeigt, vielleicht nützt es ja. Jedenfalls sind sich Ute und viele Menschen in der Region um Straussberg und Immenrode im Kyffhäuserkreis einig - aus der geplanten “Schweinerei” soll nichts werden…

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