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Archiv der Kategorie Wein

Ein Weinbotschafter mit Stimm-Gewicht

Fernseh-Liebling und Opernsänger Gunther Emmerlich ist nicht nur ein bekennender Weinfreund, der sich dem mitteldeutschen Weinanbaugebiet besonders verbunden fühlt. Vielleicht weil er auch häufiger dabei Tropfen von Saale-Unstrut genießt. „Immerhin muss ich genau darauf achten, welche Flüssigkeiten meinen Kehlkopf passieren, denn das ist mein wichtigstes Handwerkzeug“, kommentiert der Mann mit der dunklen Stimme seine Sympathien gegenüber den fruchtigen und frischen Weinen aus der Saale-Unstrut-Region. Nun soll diese Leidenschaft auch offiziell gepflegt werden, denn Gunter Emmerlich ist jetzt „Botschafter des Saale-Unstrut- Weines“. Im Rahmen der Großen Saale-Unstrut Weinverkostung in Freyburg wurde der Künstler als Weinbotschafter vorgestellt und präsentiert.

Die Gebietsweinkönigin Marika Böhme begrüßte ihren neuen Kollegen und überreichte die offizielle Berufungsurkunde. In der folgenden Verkostung überzeugten die gebietstypischen Eigenschaften der Saale- Unstrut-Weine den Sänger einmal mehr. Die Degustation thematisierte das Terroir der hiesigen Weine, was nicht nur den Boden meint, sondern auch andere Einflüsse auf den Rebstock wie Klima, Sonneneinfallswinkel, Hanglage, Wasserhaushalt sowie die nachbarschaftliche Flora und Fauna. Diese speziellen Faktoren machen jedes Naturprodukt unverwechselbar. An Saale und Unstrut sind es etwa die Muschelkalkund Buntsandsteinböden, die zum typischen Geschmack der hiesigen Weine beitragen.

(Quelle: Weinbauverband Saale-Unstrut / Pressebüro Lies)

Landesweinprämierung 2008 an Saale-Unstrut steht bevor

Mit 118 Weinen und zwei Sekten steht erneut eine große Zahl von Saale-Unstrut-Weinen zur Verkostung bei der Landesweinprämierung am 9. Juni in Freyburg an. Zwanzig Weingüter aus dem nördlichsten deutschen Qualitätswein-Anbaugebiet stellen sich dem Produktvergleich.  

Die Weine stammen überwiegend aus dem Jahr 2007, das geprägt war von ungewöhnlichem Witterungsverlauf. Nach dem milden Winter und dem sehr warmen trockenem Frühjahr begann die Vegetationsphase sehr früh. Im Verlauf des durchschnittlichen Sommers regnete es ausreichend, so dass sich die Trauben prächtig entwickelten. Mit 4,8 Millionen Liter konnte so noch mehr Most geerntet werden als im Vorjahr. So können die Winzer sehr aromatische, extraktreiche und spritzige Jungweine einschenken, die in ihrem Charakter dem Ideal der hiesigen Tropfen sehr nahe kommen. 

Die Prüfliste der Landesweinprämierung dominieren mit 90 Anstellungen Weißweine. Darunter finden sich 19 Weißburgunder, von denen sieben als Spätlesen und einer als Auslese etikettiert werden konnte. Mit jeweils zwölf angestellten Weinen wetteifern der Müller-Thurgau und der Kerner um den zweiten Platz der vertretenen Rebsorten. Ebenfalls zu verkosten sind zehn Riesling-Weine sowie jeweils neun Silvaner und Grauburgunder.  

Zudem erwarten 24 dunkle Rebsäfte die Prüfer der Landesweinprämierung, wobei in diesem Jahr der Spätburgunder mit sieben Weinen am häufigsten vertreten ist. Der Portugieser hält sich mit fünf Anstellungen überraschend zurück und nimmt ebenso viele Listenplätze ein wie der Blaue Zweigelt. Von beiden Rebsorten reiften jeweils zwei Weine im Holzfass. 

Über die Qualität der angestellten Weine urteilt eine siebenköpfige Jury mit Hilfe präzise definierter Kriterien. In diesem Jahr verkosten Sven Lützkendorf (Weinkontrolle), Wolfgang Längricht und Ellen Kafka von der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Burgenlandkreis, Hans-Albrecht Zieger (Produktionsleiter Winzervereinigung Freyburg), Rudolf Thürkind (Kellermeister Winzervereinigung Freyburg), Dr. Tobias Haufe (Weinkontrolleur Sachsen) sowie Andre Zahn (Weingut Zahn) die Rebsäfte in der mehrstündigen Degustation.  

Maximal fünf Punkte kann ein Wein erreichen. Mindestens 3,5 Punkte sind für Bronze nötig, 4,0 für Silber und 4,5 für Gold. Die siebenköpfige Jury setzt sich aus erfahrenen amtlich anerkannten Weinprüfern zusammen. Die Weine werden blind verkostet, lediglich die Rebsorte und der Jahrgang sind dem Prüfer bekannt. Nach einem Punkteschema werden die Weine nach Farbe, Klarheit, Geruch, Geschmack und Harmonie bewertet. 

Die Landesweinprämierung findet in diesem Jahr zum 16. Mal statt und hat sich damit zum Wegweiser bei der Einordnung neuer Jahrgänge aus dem Weinbaugebiet Saale-Unstrut entwickelt.

Saale-Unstrut und Sachsen: Aufstockung der Rebflächen angesagt

Die ostdeutschen Weinanbaugebiete Saale-Unstrut und Sachsen dürfen wachsen. Die Agrarministerkonferenz der Länder hat sich jetzt darauf verständigt, dass Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg Neuanpflanzungsrechte zur Aufstockung traditioneller Rebflächen bekommen soll. Konkret sollen Sachsen-Anhalt und Sachsen jeweils Rechte für 31 Hektar, Thüringen und Brandenburg für jeweils 15 Hektar bekommen.

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Die Entscheidung trafen die Landwirtschaftsminister der Länder bei ihrer Konferenz im sächsischen Kloster Nimbschen bei Grimma just an dem Tag, als im historischen Lichthof der Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg die 18. gemeinsame Jungweinprobe der Anbaugebiete Saale-Unstrut und Sachsen stattfand. Dort hatten 41 Winzerbetriebe insgesamt 172 Weine, 6 Sekte und 2 Seccos des Jahrgangs 2007 zur Verkostung angestellt. Dieser geschmackliche Leistungsvergleich war damit die umfangreichste derartige Degustation Mitteldeutschlands. Natürlich waren auch die Weinmajestäten der Regionen mit dabei, wie etwa die Weinkönigin von Saale-Unstrut, Marika Böhme (Bild).

In den Weinanbaugebieten Saale-Unstrut und Sachsen wurde die in Aussicht gestellte Aufstockung mit Freude aufgenommen. Anträge für zusätzliche Neuanpflanzungsrechte waren bereits gestellt worden. Rheinland-Pfalz will solche Rechte für 100 Hektar abgeben. Denn die europäische Weinmarktordnung verbietet noch die Neuanpflanzungen von Rebflächen. Nur wenn entsprechende Rechte vorhanden sind, darf gepflanzt werden. Also muss von den vorhandenen Kontingenten etwas umverteilt werden.

Saale-Unstrut bringt es aktuell auf rund 666 Hektar Rebflächen, während Sachsen mit rund 400 Hektar noch kleiner ist. Allein das Anbaugebiet Pfalz hat 23.500 Hektar, Rheinhessen ist mit rund 26.500 Hektar das größte.

Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut erstreckt sich von Thüringen über Sachsen-Anhalt bis hin nach Brandburg vor die Tore Potsdams. Dort stehen in der Obstbaugemeinde Werder die bislang nördlichsten Rebstöcke von Saale-Unstrut, momentan auf 7 Hektar. 15 können dort aber schon bald dazu kommen. Thüringen hat aktuell mal gerade 55 Hektar, auch dort könnte um 15 Hektar aufgestockt werden. Allerdings solle im Anbaugebiet Saale-Unstrut auch künftig nur auf Qualität, nicht auf Masse gesetzt werden, betonte Weinbauverbandspräsident Siegfried Boy.

Mehr zum Thema in meinem Zeitungs-Weblog Backstage auf der TLZ-Homepage.

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